Zusammenfassung: Windkraftplanungen rund um Freienwill, Oeversee, Munkwolstrup und Hürup
Stand: Juni 2026
1. Das Hauptprojekt: Windpark Freienwill/ Oeversee
Geplant ist ein Windpark mit sechs Windenergieanlagen auf der Windpotenzialfläche PR1_SLF_076.
Die Fläche liegt:
- östlich von Munkwolstrup
- südlich von Wielenberg
- auf der Gemeindegrenze zwischen Freienwill und Oeversee
Projektentwickler ist Eurowind Energy. Bereits im Mai 2025 existierte ein konkreter Übersichtsplan mit der Projektnummer 7561.
2. Das Verfahren läuft bereits seit 2025
Am 03.07.2025 fand in Oeversee eine Dringlichkeitssitzung statt.
Anlass war ein Antrag von Eurowind zur Einleitung eines Planverfahrens. Die Gemeindevertretung beschloss einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Windpark zu schaffen.
Im Protokoll wird ausdrücklich erwähnt, dass Freienwill parallel einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss gefasst hatte.
3. Auffälligkeit: Befangenheit von Gemeindevertretern
Vor der Beratung erklärten sich:
- Bürgermeister Herr Bölck
- Herr Ketelsen
für befangen und verließen den Sitzungssaal.
Die Gründe werden im Protokoll nicht genannt.
Ob die Befangenheit mit Grundstückseigentum, wirtschaftlichen Interessen oder anderen Umständen zusammenhing, ist bislang nicht bekannt.
4. Warum wurde das Verfahren so schnell gestartet?
Im Sitzungsprotokoll wird deutlich, dass Investoren und Teile der Gemeindevertretung befürchteten, die Fläche könnte bei der laufenden Neuaufstellung des Regionalplans Wind später nicht berücksichtigt werden.
Gleichzeitig wurde festgehalten, dass das Innenministerium auf Nachfrage nicht bestätigt habe, dass ein Aufstellungsbeschluss überhaupt Einfluss auf die Landesplanung habe.
Dennoch wurde das Verfahren einstimmig beschlossen.
5. Bürgerinitiative gegen Windkraft in Freienwill
Mittlerweile existiert eine organisierte Bürgerinitiative.
In einer Stellungnahme vom 28.05.2026 erhebt sie erhebliche Einwände gegen die Windkraftplanungen.
Die Initiative argumentiert, dass der Öffentlichkeit mehrere Verfahren getrennt präsentiert würden, tatsächlich jedoch ein zusammenhängendes Windparkgebiet entstehe.
6. Hinweise auf weitergehende Planungen
Besonders interessant ist die Aussage der Bürgerinitiative, dass eine Eurowind-Präsentation vom 17.02.2026 bereits folgende Punkte enthalten habe:
- Einigung mit der Gemeinde Freienwill
- Entwurf eines Windparklayouts
- Schallberechnungen
- Schattenwurfberechnungen
- Turbulenzberechnungen
Sollte diese Darstellung zutreffen, wäre die Projektplanung bereits deutlich weiter fortgeschritten gewesen, als dies öffentlich wahrgenommen wurde.
7. Zweites Projekt in Freienwill
Neben dem Windpark an der Gemeindegrenze existiert ein weiteres Verfahren:
Potenzialfläche PR1_SLF_085 (Bereich Höckbarg/Kleinwolstrup)
Die Bürgerinitiative kritisiert insbesondere:
- verringerte Abstände zur Wohnbebauung
- Nähe zu Einzelhäusern
- Auswirkungen auf das Landschaftsbild
- mögliche Einschränkungen von Umweltprüfungen
8. Naturschutz und Umwelt
Die Stellungnahme verweist auf mögliche Vorkommen von:
- Rotmilan
- Seeadler
- Weißstorch
- Kiebitz
- Feldlerche
- Wildgänsen
- Fledermäusen
Außerdem werden genannt:
- Fröruper Berge
- FFH-Gebiete
- regionale Renaturierungsprojekte
Diese Angaben stammen aus der Stellungnahme der Bürgerinitiative und müssten durch offizielle Umweltgutachten überprüft werden.
9. Mögliche Anlagengrößen
Offizielle Höhenangaben liegen bislang nicht vor.
Die Bürgerinitiative geht jedoch von Anlagen mit einer Gesamthöhe von etwa 250 bis 300 Metern aus.
10. Der größere Zusammenhang
Aus einer übermittelten Sprachnachricht ergibt sich der Hinweis, dass es möglicherweise nicht bei den sechs Anlagen zwischen Freienwill und Munkwolstrup bleiben könnte.
Demnach seien weitere Windkraftflächen im Raum
- Hürup
- Tastrup
- Freienwill
- Kleinwolstrup
- Munkwolstrup
im Gespräch oder bereits in Planung.
Die genannte Zahl von etwa 40 Anlagen konnte bislang jedoch nicht durch offizielle Unterlagen bestätigt werden.
Gesamtbewertung
Der Windpark Freienwill/Oeversee ist kein bloßes Gedankenspiel mehr.
Die Planungen laufen nachweislich seit mindestens 2025. Die Gemeinden haben formelle Beschlüsse gefasst, Eurowind arbeitet aktiv an dem Projekt und eine organisierte Bürgerinitiative hat sich gegründet.
Gleichzeitig fehlen der Öffentlichkeit bislang die entscheidenden Unterlagen:
- exakte Standorte der einzelnen Windräder
- Anlagenhöhen
- Schallgutachten
- Schattenwurfgutachten
- Naturschutzgutachten
- Angaben zu den beteiligten Grundstücken
Diese Unterlagen werden voraussichtlich darüber entscheiden, ob das Projekt breite Akzeptanz findet oder sich der Widerstand in der Region deutlich verstärkt.